All you can Tool

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Nach aktuellen Informationen soll das Sommersemester wie geplant zum 20.04. starten. Die Lehre soll dabei aber vollständig digital ablaufen. Hier stellen wir die wichtigsten Werkzeuge vor, die dabei zur Verfügung stehen.

BigBlueButton

BBB ist ein Videokonferenzsystem, das seit über zehn Jahren speziell für den universitären Lehrbetrieb entwickelt wird. Mit Funktionen für Slidesharing, Umfragen, gemeinsamen Whiteboards, fein abgestimmter Rechteverwaltung bildet es wirklich alle Möglichkeiten ab, die man auch in einem Seminarraum hat.

Am Campus laufen momentan zwei Instanzen: Das von unserem Computerreferat betriebene bbb.fs.tum.de soll in erster Linie dem fachschaftsinternen Einsatz dienen, also zur Abhaltung von Sitzungen wie z.B. dem Fachschaftsausschuss.

Dagegen hat die RBG unter bbb.rbg.tum.de jetzt eine Instanz für den allgemeinen Lehrbetrieb in der Informatik und der Mathematik aus dem Boden gestampft. Die Server dahinter werden bis zum Semesterstart massiv ausgebaut, um einen stabilen Betrieb des Systems zu gewährleisten.

Da BBB extra für den Lehrbetrieb entwickelt wurde, bietet es sehr viel Funktionalität für die Lehre. So können beispielsweise Foliensätze hochgeladen, präsentiert und bearbeitet werden. Über den Chat können Fragen gestellt werden und über geteilte Notizen können bspw. Links geteilt oder Protokolle oder Dokumente gemeinsam erstellt werden. Außerdem können in kleineren Breakout-Rooms Gruppenarbeiten ermöglicht werden. BBB wird von der RBG gehostet und ist auch sonst datenschutzmäßig sehr gut aufgestellt.

Wie bereits erwähnt werden momentan Server angeschafft und somit die Kapazitäten ausgebaut. Ziel des Ganzen ist es die Kapazitäten so weit auszubauen, dass bis zu 8 Konferenzen mit 1000 Teilnehmern gehostet werden können. Bis jetzt konnten allerdings noch keine Stresstests in dieser Größenordnung gemacht werden, weswegen wir BBB vor allem für den Tutorbetrieb empfehlen.

RBG Livestream und Aufzeichnungen

Vor allem an der Informatik-Fakultät sollte man sich live.rbg.tum.de merken. Das von der RBG gehostete Livestreaming-Tool hat momentan Kapazitäten von bis zu 7 Livestreams gleichzeitig und wird wohl vor allem im Vorlesungsbetrieb von größeren Vernstaltungen benutzt werden.

TUM Streaming

streams.tum.de wird von ProLehre betrieben und wird in der Mathematik, Informatik oder Physik wohl eher vereinzelt verwendet werden.

Jitsi

https://doku.lrz.de/pages/viewpage.action?pageId=17694833
Jitsi ist ein klassisches Videokonferenzsystem. Aus technischer Sicht empfiehlt es sich besonders für 1-on-1 Gespräche, da es hier eine Direktverbindung zwischen den beiden Teilnehmern vermittelt, und deshalb weniger abhängig von der Serverlast ist. [1]

Jitsi führt gelegentlich bei Firefox-Nutzern zu Problemen. Außerdem findet kein serverseitiges Re-Encoding statt, ein Teilnehmer der seine Kamera mit sehr hoher Auflösung und Bitrate streamt, verbraucht also auch entsprechend viel Bandbreite bei allen allen Gesprächspartnern (und dem Server).

Die Empfehlung für Jitsi lautet also: Es ist ideal für kleinere Gruppen (ca 5-10 Teilnehmer), und für beste Performance sollte man eine geringe Videoqualität wählen – oder das Video bestenfalls ganz abschalten. Jitsi überzeugt vor allem mit der sehr einfachen Erstellung von Meetings, zu denen dann andere Teilnehmer schnell und unkompliziert beitreten können. Für eher spontane Unterhaltungen in Kleingruppen mit wenig Video ist dieses Werkzeug daher optimal.

DFNConf

Der Konferenzdienst im Deutschen Forschungsnetz ist über das LRZ freigeschaltet, d.h. wer über eine LRZ-Kennung verfügt kann sich dort einfach einloggen und ein Meeting starten.

Auch bei DNFConf können Dokumente geteilt werden wie beispielsweise Folien. DFNConf ist aber eine im gesamten Forschungsnetz gemeinsam genutzte Ressource. Wir empfehlen also, darauf nur auszuweichen, wenn unsere TUM-eigenen Werkzeuge nicht ausreichen. Das DFN ruft außerdem explizit dazu auf, die Spitzenzeiten 09:00 – 11:00 Uhr und 13:00 – 16:00 Uhr zu meiden[2].

Zoom

Schließlich ist auch das US-Amerikanische Zoom eine wichtige Alternative. Es überzeugt in erster Linie mit Stabilität – insbesondere in Stoßzeiten, wenn andere Dienste ihre Kapazitätsgrenzen überschreiten. Fluch und Segen zugleich ist hier das externe Hosting. Führt es einerseits zu einer Datenschutzproblematik, so umgeht es andererseits einen Flaschenhals im Internet: Die Deutsche Telekom verweigert ein Peering mit dem Deutschen Forschungsnetz[3]. Wenn also mehrheitlich Telekom-Kunden Probleme haben, kann ein Ausweichen auf Zoom die Lösung sein. Kunden anderer Internetanbieter sind davon aber nach unserem aktuellen Kenntnisstand nicht betroffen.

Zoom bietet ebenfalls die Möglichkeit eines öffentlichen Chats und das Freigeben des Bildschirms, sowohl des kompletten Bildschirms als auch einzelner Fenster. Zudem verfügt Zoom über ein Whiteboard-Tool, dass das Sammeln von Ideen und Kommentaren ermöglicht. Exrafeature von Zoom ist das Teilen eines IPhone- oder IPad-Bildschirms und auch die Breakout-Rooms, in denen man die Konferenz in mehrere kleinere Konferenzen aufspalten kann, sind sinnvoll.

Dabei ein wichtiger Hinweis: Die Teilnahme an einem Zoom-Meeting ist grundsätzlich auch über den Browser möglich. Das ist nicht gerade offensichtlich, da Zoom die Installation der Client-Software mit sehr aggressivem Nachdruck empfiehlt. Dennoch lautet unsere Empfehlung klar und deutlich, diese Installation zu vermeiden. Ursache dafür ist die global wachsende Kritik an Zoom im Bezug auf Datenschutz und sogar Sicherheitslücken. Eine Ausführung im Browser trägt hier wesentlich zum Schutz des eigenen Rechners bei. Durch die so erreichte Isolation werden die privaten Daten der Teilnehmer geschützt und Zoom kann auf Inhalte außerhalb des Meetings gar nicht mehr zugreifen.

Zoom hat ein paar Probleme, die teilweise durch richtige Einstellungen behoben werden können oder zumindest bedacht werden müssen. So können beispielsweise Teilnehmer, die von einem Linux, Web Clients oder mobilen Gerät an Meetings teilnehmen, weder Daten herunterladen noch Dateien teilen, da für diese Systeme keine App existiert oder die App das nicht unterstützt. Das ist insbesondere wichtig, wenn Dozenten Dateien mit den Teilnehmern teilen wollen, da manche dann keinen Zugriff auf diese Dateien haben. Außerdem ist, zumindest für Mitarbeiter, der „Recording disclaimer“ per default ausgeschaltet. Das bedeutet, man kann ohne das Wissen der anderen Teilnehmer Aufzeichnungen starten. Am besten, gerade für die Videoaufzeichnungen, sollte man dies per default auf „an“ umschalten. Zudem sind in diesen default Einstellungen die Annotations eingeschaltet. Damit kann jeder Konferenzteilnehmer ohne gesonderte Berechtigung in den geteilten Bildschirm malen. Das könnte zu ungewollten Belästigungen in Vorlesungen führen. Wir würden daher raten, diese Einstellung per default auszuschalten.

Aber natürlich hat Zoom auch einige Vorteile. So ist Zoom vergleichbar einfach einzurichten und verfügt über viele ganz nette, eingebaute Funktionen die man ganz einfach in den Einstellungen einschalten kann. So sind beispielsweise die virtuellen Hintergründe für Dozenten sehr zu empfehlen und die nonverbale Feedback Funktion via Emojis kann gut eingesetzt werden, um in einer Übung schnell Feedback zu bekommen.

Wer sollte Zoom also benutzen? Nun, auf Grund der Datenschutzproblematik können wir nicht guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen. Doch zumindest bis die BBB-Server angekommen sind, ist Zoom ein recht stabiles Tool, was sich gut für den Übungsbetrieb, aber mit einem Stream über beispielsweise Twitch auch in Vorlesungen eingesetzt werden kann, und das mit den richtigen Einstellungen auch datenschutztechnisch deutlich verbessert werden kann.

Quellen:

  1. https://www.rz.uni-wuerzburg.de/dienste/lehre-digital/jitsi/ ↩︎
  2. https://www.conf.dfn.de/dfnconf-und-coviad-19/ ↩︎
  3. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsches-Forschungsnetz-und-Telekom-Peeren-in-Zeiten-von-Corona-4694172.html ↩︎
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